SISSEL TOLAAS | Norwegen

AN ALPHABET FORT THE NOSE – UNSICHTBARE INFORMATIONEN

Sissel Tolaas ist die weltweit führende Spezialistin im Bereich Geruch- und Geruchssinn-Forschung. Sie verbindet Wissenschaft mit Kunst, ist Professorin an der Harvard Business School und stellte bereits im MoMA in New York aus. In Ihrem Talk auf der Culinary Art 2015 spricht die gebürtige Norwegerin über unsichtbare Informationen, die eine bedeutende Rolle in der Kommunikation spielen: Geruchsmoleküle.

Gerüche entfesseln besonders starke Gefühle in uns Menschen. Verantwortlich dafür ist das limbische System, jener Teil des Gehirns, der mit den Geruchsnerven verbunden ist und Erinnerungen und Gefühle speichert. Erschnuppern wir einen bestimmten Geruch, wirkt dieser sofort und ungebremst im limbischen System und somit auf unsere Gefühle. Seit 1990 nimmt sich Sissel Tolaas in ihren interdisziplinären Forschungen dem Zusammenhang zwischen Geruch und Sprache an. Sie arbeitet seit Jahren an der Erstellung eines neuen Wortschatzes für die rund 15.000 Gerüche, die Menschen wahrnehmen, aber bisher nicht benennen konnten. 2004 gründete Sissel Tolaas in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Duft- und Aroma-Konzern IFF das SMELL RE_searchLab Berlin. Dort betreibt sie Geruchs-Grundlagenforschung. Für das Militärhistorische Museum in Dresden synthetisierte die Wahl-Berlinerin beispielsweise den Geruch von Schlachtfeldern im Ersten Weltkrieg, beriet als Geruchsexpertin die Macher des Films „Das Parfum“ und bildete den Geruch von Angst olfaktorisch nach. Sissel Tolaas kartografiert auch Städte nach ihren Gerüchen. Derzeit arbeitet sie daran, die Gerüche von Istanbul, Kalkutta und Kapstadt einzufangen.

”Ein gelungener Restaurant-Besuch ist für mich, wenn alle Sinne mit einbezogen werden.”

SISSEL TOLAAS, PhD
Geruchsforscherin, “Professional InBetweener”
Studium der Mathematik, Chemie, Linguistik, Philologie und bildende Kunst
an den Universitäten Oslo, Warschau, Moskau, St. Petersburg und Oxford
Zahlreiche nationale und internationale Stipendien, Auszeichnungen und Preise, darunter den Rouse Foundation Award der Harvard University (2009), den ArsElectronica Award in Linz (2010), und ab 2010 vier mal in Folge den  Synthetic Biology / Synthetic Aesthetics Award der Universitäten Stanford und Edinburgh
Forschungen und Projekte für die NASA, ESA, IEEE Aerospace Research
Gründerin Smell Re_searchLab Berlin
www.iff.com